Wieder in Afrika - Kenia und Tansania

 

Reisetagebuch

 

 

 

 

 

Wenn man den Weg verliert,
lernt man ihn kennen.

 

                                            Unbekannt

 

Erster Tag

 

Afrika hat uns wieder! Nach zwei anstrengenden und zeitraubenden Flügen sind wir abends endlich in Nairobi gelandet. Nun noch die Einreiseformalitäten, dann unseren Fahrer finden und wir haben das Gröbste überstanden. Soweit – so gut, allerdings ist die erste Bekanntschaft von uns und dem Verkehr in Nairobi nicht so, dass wir Freundschaft damit schließen wollten. Der relativ kurze Weg zum Hotel kostet uns gut zwei Stunden. Kein Wunder also, dass wir nach dem Abendessen ohne weitere Zwischenaufenthalte in die Betten fallen, um unseren Trip durch die Nationalparks morgen frisch und munter anzutreten.

 

Zweiter Tag

 

Um 6 Uhr früh krabbeln dann auch schon wieder raus aus den Federn, frühstücken und ab ins Auto. Der Lake Nakuru Nationalpark ist unser erstes Etappenziel auf dieser Reise.

Unterwegs beschließen wir auf Empfehlung unseres Guides am Lake Naivasha einen Zwischenstopp einzulegen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein, versichert er uns. Zum Glück hat der strömende Regen mittlerweile aufgehört und auch der Nebel lichtet sich, es kann also losgehen. Am Ufer klettern wir in ein schmales Boot, gerade groß genug für unsere siebenköpfige Gruppe und fahren hinaus auf den See.

 

 

Eine traumhafte Kulisse empfängt uns, ungezählte Wasser- und andere Vögel wohnen hier, haben ihre Nester in den Bäumen. Marabus überfliegen uns in geringer Höhe auf der Jagd nach frischem Fisch.

Wir schippern recht nah an eine Hippo-Familie heran, die im seichten Wasser döst. Am nahen Ufer naschen einige Giraffen an den Baumwipfeln, Zebras grasen friedlich in der Sonne. Wir könnten noch Stunden hier herumdümpeln, müssen aber weiter.

Uns tröstet, dass uns im Lake Nakuru Nationalpark heute Mittag schon die erste Pirschfahrt erwartet...

 

 

Wir kommen zeitig genug im Park an, beziehen unser Nachtquartier und lassen uns ein leckeres Mittagessen schmecken.

Der Himmel verdunkelt sich beängstigend, ein Gewitter zieht auf. Jedoch treten wir unsere Pirsch dennoch an, viele Tiere lassen sich auch blicken. Eine Nashornmutter mit ihrem Kind kommt des Wegs, Affen beäugen uns neugierig, Zebras, Impalas, Wasserböcke und in der Ferne sogar ein Gepard lassen sich sehen.

Für die erste Pirsch war das gar nicht so schlecht, denken wir. Es war auch ein langer und ereignisreicher Tag, so treten wir den Rückweg an.

 

Dritter Tag

 

Wieder brechen wir früh auf, der legendäre Masai-Mara-Nationalpark erwartet uns heute, wir sind sehr gespannt. Aber erst mal müssen wir hinkommen, und das ist gar nicht so leicht. Die Straßen hier verdienen ihren Namen meist nicht, sie gleichen eher Schotterpisten mit riesigen Schlaglöchern, denen wir immer wieder ausweichen müssen wenn wir nicht darin verschwinden wollen. Es gibt auch keine Fahrspur, zumindest nicht außerhalb der Städte und Dörfer. Jeder fährt da, wo es eben gerade geht, um dem schlimmsten Unbill auszuweichen. Ganz heftig wird das Ganze nach einem ordentlichen Regenguss, der aus der Piste ein glitschiges Schlammbad werden lässt. Aber schließlich kommen wir doch im Camp an. Wir werden sehr freundlich empfangen und beziehen unsere Zelte, die keinen Komfort vermissen lassen in direkter Nachbarschaft mit etlichen Hippos. Mit diesen Tieren ist nicht zu spaßen, warnt uns das Personal. Wir sollen hier sicherheitshalber nicht alleine herumspazieren. Wir nehmen also immer wenn wir den Tieren einen Besuch abstatten wollen, einen der bereitstehenden jungen Masais mit.

 

 

Nach einem schmackhaften Mittagessen starten wir zu unserer ersten Pirschfahrt in die legendäre Masai-Mara, die man auch als die größte Tierschau Afrikas bezeichnet.

Und tatsächlich, schon bald haben wir die ersten Sichtungen: Strauße, Giraffen, Impalas und Wildschweine laufen uns über den Weg, eine Hyäne schlendert gemächlich vorüber, beäugt uns neugierig.

 

 

Aber dann: Löwen, eine ganze Gruppe räkelt sich gut sichtbar ganz nah bei der Piste. Soweit wir sehen, sind es weibliche Tiere, zusammen mit ihren jugendlichen Kindern. Wir beobachten diese herrlichen Tiere eine Weile, können uns kaum sattsehen... Fast widerwillig lassen wir unseren schließlich Wagen weiterrollen.

 

 

Wir bewegen uns nahe an einem Fluss, der jetzt am herannahenden Abend viele Tiere anzieht, die ihren Durst stillen wollen. Wasserbüffel geben sich die Ehre, und drei Giraffen staken gemächlich an uns vorbei.
Langsam wird es dunkel und so fahren wir schweren Herzens zurück zum Camp. In der Ferne erspähen wir noch zwei Elefanten, und ein weiterer Schakal kreuzt unseren Weg.

Da wir heute schon so viele Tierbegegnungen hatten, freuen wir uns schon auf morgen und sind gespannt, was der Tag bringt.

 

 

Vierter Tag

 

Heute geht’s schon früh um 6 Uhr auf Pirsch, unser Frühstück nehmen wir kurzerhand mit. Belohnt werden wir umgehend mit einem herrlichen Sonnenaufgang.

 

 

Dazu kommt, dass wir im Laufe des Vormittags unglaublich viele Tiere beobachten können.

Zebras, Impalas, verschiedene Antilopenarten und Wasserbüffel gibt es hier in der Masai-Mara wirklich unglaublich viele, gleich dreimal heute morgen stoßen wir auch auf Löwen. Diese majestätischen Tiere zu beobachten macht uns immer wieder eine besondere Freude...

 

 

Damit nicht genug, entdecken wir in einem Flussbett wieder eine kleine Gruppe Hippos und ein kleines Stück weiter sogar ein riesiges Krokodil, faul in der Sonne liegend.Wir beobachten Giraffen beim Futtern und in der Ferne sehen wir eine Elefantenherde, ebenfalls genüßlich äsend. Hübsche Kronenkraniche stolzieren zwischen den verschiedenen Huftieren herum.

Mittlerweile steht die Sonne schon hoch am Himmel, wir wollen uns schon auf den Rückweg machen, als wir über Funk eine tolle Nachricht erhalten: Leoparden! Nun geben wir Gas, unser Führer verlang dem Fahrzeug alles ab.

Und tatsächlich, ein einzelnes hübsches Tier streift neugierig um die mittlerweile ankommenden Jeeps. Ein kleines Stück weiter ruht eine ganze Leoparden-Familie unter einem Baum, das Frühstück verdauend. Wir schauen ihnen eine Weile zu, brechen schließlich auf und treten endgültig die Rückfahrt durch diese karge und doch wunderschöne Landschaft an.

 

 

Nun machen wir alle eine Pause, erholen uns bei einem leichten Mittagessen, heute am späten Nachmittag wollen wir aber noch ein letztes Mal hinaus.

Auch diese Pirschfahrt ist von Erfolg gekrönt, unsere (Foto)jagd war wieder sehr erfolgreich. Vor traumhafter Kulisse spazierte eine Giraffenfamilie auf uns, bzw. auf eine Baumgruppe in der Nähe zu, Zebras, Gnus und einen Schakal konnten wir, sehr zu unserer Freude, einfangen.

Der geplante und erwartete Sonnenuntergang allerdings verschwand unter einer dicken Wolkenwand. Und doch haben wir das Hereinbrechen der Dunkelheit hier mitten im Nationalpark sehr genossen. Eine Bande quirliger Vögel, die ihre Wohnstatt in den Ästen des Baums haben, unter dem wir sitzen, kommt uns ganz nah in der Hoffnung auf etwas Futter aus unseren Händen. Dieser Tag unserer Reise geht mit etwas Wehmut zu Ende, morgen früh verlassen wir die Masai-Mara und auch Kenia, zumindest vorläufig.

 

Vierter Tag

 

Wir fahren durch eine immer grüner und lieblicher werdende Landschaft in Richtung der Grenze nach Tansania. Dort verabschieden wir uns von unseren Guide, und lernen den jungen Mann kennen, der uns sein Heimatland samt Mensch und Tier näherbringen  will. Vorher aber müssen wir die Formalitäten hinter uns bringen, wider Erwarten geht das aber sehr zügig und ganz problemlos.

Wir landen unsere Taschen um und fahren los in Richtung Victoriasee. Die Straße ist sehr gut ausgebaut, es gibt richtigen Asphalt statt Schotterpiste mit Löchern, die uns samt Jeep verschlingen könnten... Wir genießen den Luxus dieser ruhigen Fahrt durch eine wunderschöne hügelige Landschaft. Alles wirkt sauber und aufgeräumt, wir fahren an vielen Schulen vorbei, die hier kostenlos bis zur Mittleren Reife besucht werden können. Das Land ist sehr fruchtbar, Gemüse, Obst, Korn und Tabak gedeiht und der Boden ist goldhaltig, erfahren wir. Dadurch geht es auch den Menschen gut. Schafe, Ziegen und Kühe weiden auf Wiesen, Ziegen knabbern an den Büschen. Uns gefällt, was wir sehen.

Endlich kommt der Victoria-See in Sicht, bald schon erreichen wir unsere heutige Unterkunft. Wir checken ein, genehmigen uns einen Kaffee und schauen uns etwas um. Der See ist riesig, nicht immer sieht man das andere Ufer. Viele Wasservögel sind hier daheim, aber die wollen wir dann morgen kennenlernen. Für heute belassen wir es beim Sonnenuntergang.

 

Fünfter Tag

 

Nach dem Frühstück packen wir unsere Kameras und warten auf den Bus, der uns zur Anlegestelle bringen soll, eine Bootsfahrt steht auf dem Programm.

Mit über einstündiger Verspätung trudelt dieser dann endlich ein, ein klappriges Gefährt, dem jegliche Innenverkleidung abhandengekommen ist, verbeult und mit kleinen Sitzen, gerade groß genug für Kinder. Im Mittelgang stehen zusätzlich umgedrehte Getränkekisten als weitere Sitzmöglichkeiten bereit. Das Vehikel wird normalerweise als Schulbus genutzt, uns wird wieder einmal bewusst, dass wir in Deutschland auf sehr hohem Niveau jammern...

Wir kommen in einem kleinen Fischerdorf an und werden freundlich empfangen. Ein junger Mann gibt uns einen kurzen Überblick über das Leben hier. Man lebt vom Fischfang, darf drei Frauen wählen und insgesamt 6 Kinder zeugen, zumindest in der Theorie. Schließlich klettern wir in die Boote, jeweils drei einheimische Ruderer an Bord. Wir dümpeln am Ufer entlang, hoffen einige Vögel mit der Kamera einfangen zu können. Heute haben wir da aber eher wenig Glück, zumindest auf dem Wasser... 

 

 

Viel netter finden wir da schon den anschließenden Dorfrundgang. Wir spitzeln in die Hütten, schauen zu wie der Fisch verarbeitet wird, wie die Menschen hier leben. Begleitet werden wir von vielen zutraulichen Kindern, manche lächeln uns auch aus sicherer Entfernung an.

Am Ende des Dorfes befindet sich eine Schule für Waisenkinder, die wir uns auch anschauen können. Wir lassen etwas Geld da, was der sehr einfachen Ausstattung und der Versorgung der Kinder zugute kommen soll.

Hier sehen wir dann auch den mehr als klapprigen Bus wieder, der uns zur Lodge zurück bringt.

Heute Mittag haben wir Zeit für uns, streifen durch die Anlage, sitzen eine Weile am See, entspannen etwas, bevor es morgen weiter geht in die Serengeti.

 

Sechster Tag

 

Wir frühstücken heute in aller Ruhe, haben etwas Zeit.

Ein letzter Blick auf den See, dann laden wir unsere Sachen in unseren Toyota, klettern hinterher und los geht’s in die Serengeti. Wir erreichen den Parkeingang schon nach einer runden halben Stunde Fahrzeit, checken ein, stellen das Dach auf und schon sind wir auf Pirschfahrt.

Schon bald sehen wir auch schon die ersten Tiere. Adler und Geier hocken in den Bäumen und halten Ausschau nach ihrem Mittagessen. Zebras, Impalas, Wasserbüffel und immer wieder mal Giraffen geben sich ein Stelldichein und an einem Fluss können wir auch wieder eine Gruppe Hippos beobachten.

Gegen Mittag halten wir an einem Rastplatz und vertilgen unsere Lunchpakete, neugierig beäugt von einigen Affen, die wohl auf die Reste hoffen, ebenso wie Mäuse und Vögel.  

 

 

Lange hält es uns nicht am Rastplatz, sind viel zu gespannt was wir noch finden.

Wir werden nicht enttäuscht, auch wenn wir erst einige Kilometer weit durch die liebliche Landschaft fahren, ohne auf viel weiteres Leben zu stoßen. Aber plötzlich taucht vor uns eine große Herde Gnus auf, wir müssen anhalten, ob uns das nun passt oder nicht. Fasziniert schauen wir zu, wie die Herde die Piste überquert.

 

 

Wir rollen weiter, sehen immer wieder Giraffen, Impalas und in der Ferne auch Elefanten. An einem Wasserloch Stillen einige Hyänen gemeinsam mit Wasserbüffeln ihren Durst, eine Gruppe Strauße stolziert hocherhobenen Hauptes vorbei. 

 

 

Die Krönung dieses Tages steht uns aber noch bevor, trotz schon vorgerückter Stunde:

Zwei Löwinnen mit ihrem Nachwuchs, die ganz nah bei der Piste im Gras liegen, die Kleinen erst stillend und dann ihren wilden Spielen und Raufereien nachsichtig zusehend. Durch uns lassen sie sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, beobachten uns fast so nachsichtig wie ihren ungebärdigen Nachwuchs... Hier könnten wir noch Stunden stehen, lediglich das langsam schwindende Tageslicht lässt uns irgendwann aufbrechen.

 

 

Bald erreichen wir unser Nachtquartier, ein einfaches Zeltcamp, hier mitten in der Serengeti. Duschwasser gibt es nur auf Vorbestellung, Strom nur für ein Notlicht. Wir haben hier fernab der Zivilisation zwei Nächte eingeplant.

 

Siebenter Tag

 

Ganz früh krabbeln wir wieder aus den Federn, trotz nächtlichem Elefantenbesuch im Camp, was uns eine ganze Weile vom Schlafen abgehalten hat. Aber wir wollen zeitig los, die Aussicht auf eine gute Pirsch lockt uns hinaus. Erstaunlich viele Tiere sind auch schon munter. Hunderte Gnus ziehen durch die Serengeti, immer begleitet von Zebrasherden. Beide schützen sich gegenseitig, die Zebras sehen sehr gut, während bei den Gnus mehr der Hörsinn  ausgeprägt ist. So werden herannahende Löwen rasch, wenn auch nicht immer zuverlässig, erkannt.

Auch heute treffen wir mehrmals auf Löwen, Mütter mit putzigen Jungtieren entdecken wir ebenso wie ältere männliche Tiere. Diese beindrucken uns ganz besonders durch ihre dicken Mähnen.